Kurzdefinition - Was ist ein Output-Schema für LLMs?
Ein Output-Schema (auch: Ausgabeformat) ist eine klare Vorgabe, wie eine KI (z. B. ein LLM-Chatbot) antworten soll – also in welcher Struktur, mit welchen Feldern und in welchem Datentyp (z. B. JSON). Das macht KI-Antworten verlässlich, automatisierbar und leicht weiterverarbeitbar.
Merksatz: Je automatisierter dein Prozess, desto wichtiger ist ein festes Ausgabeformat – sonst wird aus „KI hilft“ schnell „KI macht Chaos“.
Warum du ein Ausgabeformat brauchst
Sobald du KI-Ausgaben nicht nur liest, sondern weiterverarbeitest (z. B. in Ads, CRM, Reporting, Webhooks, Skripten), brauchst du planbare Daten. Ohne Output-Schema bekommst du oft:
- uneinheitliche Antworten (mal Liste, mal Fließtext, mal Mischform)
- fehlende Pflichtinfos (z. B. keine Zielgruppe, keine CTA, keine UTM-Parameter)
- schwer automatisierbare Ergebnisse (Parsing wird fehleranfällig)
- mehr Halluzinationen und „ausgedachte“ Details, weil Grenzen fehlen
Ein gutes Ausgabeformat reduziert diese Probleme deutlich – ersetzt aber nicht die fachliche Prüfung bei kritischen Inhalten.
Präzise Definition
Ein Output-Schema ist eine Spezifikation für die Antwort einer KI. Es legt fest:
- Struktur (z. B. Objekt mit Feldern, Liste von Objekten)
- Pflichtfelder (welche Keys müssen immer vorhanden sein?)
- Datentypen (String, Number, Boolean, Array, Objekt)
- Regeln (z. B. erlaubte Werte/Enums, Längenlimits, Formate)
In der Praxis wird das häufig als JSON umgesetzt – oft mit JSON Schema als formaler „Vertrag“. JSON Schema ist ein Standard-Vokabular, um JSON-Daten konsistent und validierbar zu beschreiben. JSON Schema
Wie ein Output-Schema funktioniert
Es gibt zwei gängige Wege – je nachdem, ob du „nur“ mit Chat-Prompts arbeitest oder eine API/Automation nutzt:
Schema per Prompt (einfach, aber weniger streng)
Du beschreibst das Ausgabeformat direkt im Prompt (z. B. „Antworte als JSON mit diesen Feldern…“). Das ist schnell, aber nicht garantiert. Bei langen Prompts, vielen Token oder widersprüchlichen Anforderungen kann die KI abweichen.
Schema als validierbarer Vertrag (robust, ideal für Automationen)
In vielen LLM-APIs kannst du strukturierte Ausgaben definieren, die sich an ein JSON-Schema halten sollen. Bei OpenAI heißt das z. B. Structured Outputs – Ziel ist, dass die Antwort dem vorgegebenen JSON Schema entspricht.
Wenn du zusätzlich Aktionen auslösen willst (z. B. „erstelle Kampagne“, „speichere Lead“), nutzt du oft Function Calling (Tool-/Funktionsaufrufe). Auch dort werden Parameter typischerweise über ein Schema beschrieben.
Ähnliche Konzepte findest du auch bei Google Gemini, z. B. für Structured outputs und Function calling.
Wo du Output-Schemata einsetzen kannst
Grundregel: Je mehr ein Ergebnis weiterverwendet wird (copy/paste, Import, API, Automations), desto mehr lohnt sich ein Schema.
Online-Marketing: Wo es am meisten Sinn macht
- Ads-Produktion: Varianten, Hooks, Claims, CTAs, Zielgruppen – immer im gleichen Format
- Landingpage- und Funnel-Briefs: Abschnittsstruktur, USP-Liste, FAQs, Einwände, Proof-Elemente
- Reporting & Insights: KPIs, Hypothesen, nächste Tests – als strukturierte Datensätze
- Content-Planung: Themencluster, Suchintention, Outline, interne Links – sauber als Liste/Objekte
- Lead-Qualifizierung im Chatbot: Budget, Bedarf, Timing, Branche, Einwände – als Pflichtfelder
Außerhalb von Marketing (Software & Ops)
- Datenextraktion: aus E-Mails/PDFs/Texten Felder herausziehen (Name, Datum, Betrag, Ticket-Typ)
- Support-Triage: Kategorie, Priorität, nächste Aktion, Zusammenfassung
- Agentic AI / Agenten: Wenn ein Agent Output für den nächsten Agenten liefert, verhindert ein Schema Übersetzungsfehler
So findest du ein gutes Ausgabeformat für deine Aufgabe
-
Definiere den „Konsumenten“ der Ausgabe
Mensch (du liest) oder System (Automation, CRM, Script)? Für Systeme: JSON bevorzugen. -
Lege Pflichtfelder fest
Was muss immer da sein, damit der nächste Schritt funktioniert? -
Begrenze Freitext
Freitext ist der größte Risiko-Treiber. Nutze Listen, Enums (vordefinierte Werte) und Längenlimits. -
Baue Unsicherheit ein
Plane Felder wieconfidence,assumptionsoderopen_questionsein, statt „Lücken“ zu halluzinieren. -
Teste mit 10 realen Inputs
Nicht mit perfekten Beispiel-Inputs. Nutze echte, „schmutzige“ Daten (kurz, unklar, widersprüchlich). -
Validiere technisch (wenn automatisiert)
In Apps: validiere JSON mit Libraries wie Zod (JS/TS), Pydantic (Python) oder json_validate (PHP).
Zwei konkrete Beispiele
Beispiel aus Online-Marketing: LinkedIn-Ad-Manager-Output
Ziel: Du gibst Produkt, Zielgruppe und Angebot – die KI liefert ein fertiges, importierbares Kampagnen-„Paket“ als JSON.
- Pflichtfelder: objective, audience, value_prop, creatives[], tracking
- Enums: {LEAD_GEN, WEBSITE_VISITS, BRAND_AWARENESS}
- Begrenzung: hooks max. 120 Zeichen, primary_text max. 300 Zeichen
- Sicherheitsnetz: claims (jede Behauptung mit Quelle/Beleg-Status), risks (Policy/Compliance-Hinweise)
Ergebnis: Du kannst Varianten automatisch A/B-testen, UTM-Parameter konsistent setzen und ein Reporting-Skript kann die Ausgabe ohne Fragilität auslesen.
Beispiel aus Software: Support-Ticket → CRM-Aktion
Ziel: Ein Chatbot (z. B. auf deiner Website) sammelt Infos, klassifiziert das Anliegen und erzeugt ein sauberes „Ticket-Objekt“. Danach wird per Automation ein CRM-Lead angelegt.
- Input: Chatverlauf + Formularfelder
- Output-Schema:
ticket_type(ENUM),priority(ENUM),summary,next_action,required_followups[] - Funktion/Tool:
create_crm_leadmit validierten Parametern (Name, E-Mail, Firma, Bedarf, Timing)
Vorteil: Dein System muss nicht „raten“, was die KI meint. Es bekommt exakt die Felder, die es für den API-Call braucht. Das ist der Kern von tool-basierten Workflows (Function Calling).
Häufige Missverständnisse und Fehler
-
„JSON reicht doch“
Valides JSON heißt nicht „richtiges Schema“. Ohne Regeln fehlen Pflichtfelder oder Werte sind inkonsistent. -
Zu viel Freitext in Pflichtfeldern
Lange Texte in Feldern wieheadlineoderctasprengen UI-Limits und machen Tests unbrauchbar. -
Keine Strategie für fehlende Infos
Wenn Daten fehlen, sollte die KI fragen oder Unsicherheit markieren – nicht improvisieren (Halluzinationen). -
Schema ist zu komplex
30 Felder, verschachtelte Objekte und 10 Sonderfälle: schwer zu prompten, schwer zu debuggen. Starte klein. -
Keine Validierung in der Automation
Wenn ein System die Ausgabe konsumiert, muss es invalides Output ablehnen und einen Recovery-Pfad haben (Retry/Follow-up-Frage).
Best Practices: Checkliste
- Eine Aufgabe pro Output (nicht Briefing + Copy + Reporting in einem Schema vermischen)
- Pflichtfelder minimal halten, optional über Zusatzfelder erweitern
- Enums nutzen für Kategorien (Objective, Funnel-Stage, Tonalität, Priorität)
- Limits setzen (Zeichenlängen, Anzahl Varianten, max. Bulletpoints)
- Unsicherheit abbilden (assumptions/open_questions/confidence)
- Tokens im Blick behalten: großes Schema + lange Beispiele = mehr Token-Kosten und mehr Fehlerquellen
- Validieren (Zod/Pydantic/JSON-Schema-Validator), erst dann weiterverarbeiten
- Beispiele mitschicken: 1 gutes Beispiel-JSON hilft der KI oft mehr als 20 Sätze Erklärung
Fazit und nächster Schritt
Ein Output-Schema ist dein „Vertrag“ mit der KI: Du bekommst Ergebnisse, die du zuverlässig in Marketing-Workflows und Software-Automationen einsetzen kannst. Besonders bei Chatbots, Agentic-AI-Setups und wiederholbaren Marketing-Aufgaben ist das Ausgabeformat der Unterschied zwischen Spielerei und System.
Nächster Schritt: Nimm einen konkreten Prozess (z. B. „LinkedIn-Ad-Varianten erzeugen“ oder „Lead-Qualifizierung im Chatbot“), definiere 6–10 Felder als Schema, teste mit echten Inputs – und validiere die Ausgabe, bevor sie ins System geht.
Quellen
Mini-Glossar
- Prompt Engineering – Methoden, um Prompts so zu bauen, dass KI planbar und nützlich antwortet.
- Token – Recheneinheit für Text in LLMs; beeinflusst Kosten, Kontextlänge und Fehlerrisiko.
- Halluzinationen – Wenn ein LLM plausibel klingende, aber falsche Details erfindet.
- Function Calling – LLM erzeugt strukturierte Parameter, um Tools/APIs auszuführen (z. B. CRM-Lead anlegen).
- Structured Outputs – API-Feature, das Ausgaben an ein JSON Schema bindet (je nach Anbieter).
- Agentic AI – KI-Systeme, die mehrstufig Aufgaben planen/ausführen; saubere Schemas sind dafür zentral.
- Agenten – Spezialisierte Komponenten in Agentic-Workflows (z. B. „Research-Agent“, „Ad-Copy-Agent“).
- ChatGPT / Gemini / Mistral AI – Beispiele für LLM-Chat-Systeme/Modelle, die strukturierte Ausgaben unterstützen können (anbieterabhängig).
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Häufige Fragen
Was ist ein Output-Schema (Ausgabeformat) bei KI-Chatbots?
Ein Output-Schema (Ausgabeformat) ist eine klare Vorgabe, wie ein LLM (z. B. ChatGPT) antworten soll: Struktur, Pflichtfelder, Datentypen und Regeln. Häufig wird das als JSON umgesetzt, damit du Ergebnisse zuverlässig automatisieren und weiterverarbeiten kannst.
Warum ist ein Ausgabeformat für LLMs im Online-Marketing wichtig?
Weil du Marketing-Outputs oft wiederverwendest: Ads-Varianten, Landingpage-Briefs, Content-Pläne oder Reports. Ein festes Ausgabeformat sorgt dafür, dass Pflichtinfos (z. B. Zielgruppe, Hook, CTA, UTM-Parameter) immer vorhanden sind und du Daten konsistent in Tools, Sheets oder Automationen übernehmen kannst.
Welche Vorteile hat ein Output-Schema für Chatbots und Automationen?
- Konstanz: gleiche Struktur bei jeder Antwort
- Automatisierung: leichteres Parsing/Mapping in Systeme
- Weniger Fehler: Pflichtfelder und Enums reduzieren Chaos
- Weniger Halluzinationen: klare Grenzen und Felder für Unsicherheit
- Schnelleres Testing: Varianten lassen sich besser vergleichen (A/B)
Wie funktioniert ein Output-Schema in der Praxis?
Du definierst im Prompt oder in der API, welches Format die KI liefern soll (z. B. JSON mit festen Feldern). Danach validierst du die Ausgabe (z. B. per JSON Schema, Zod oder Pydantic). Wenn etwas fehlt oder ungültig ist, lässt du die KI nachbessern oder stellst Rückfragen.
Was ist der Unterschied zwischen „JSON-Ausgabe“ und „Schema“?
JSON ist nur das Datenformat. Ein Schema beschreibt zusätzlich die Regeln: welche Felder Pflicht sind, welche Datentypen erlaubt sind, welche Werte (Enums) gültig sind und welche Limits gelten (z. B. Zeichenlänge). Valides JSON kann trotzdem „falsch“ sein, wenn Pflichtfelder fehlen oder Werte inkonsistent sind.
Wo macht ein Output-Schema im Marketing am meisten Sinn?
Überall dort, wo du Outputs standardisiert brauchst: Ads-Produktion (Hooks, Claims, CTAs), Content-Planung (Themencluster, Suchintention, Outline), Landingpage-Briefs (USPs, Einwände, FAQs) und Reporting (KPIs, Hypothesen, Next Steps). Je automatisierter dein Prozess, desto wichtiger das Schema.
Wie finde ich ein gutes Ausgabeformat für meine Aufgabe?
- Definiere den Verbraucher: Mensch oder System/Automation?
- Pflichtfelder: Was muss immer da sein?
- Freitext begrenzen: lieber Listen/Enums statt Romanen
- Unsicherheit einbauen: z. B.
assumptions,open_questions,confidence - Mit realen Inputs testen (mind. 10 Fälle)
- Validieren bevor du weiterverarbeitest
Welche häufigen Fehler passieren bei Output-Schemata?
- Zu viel Freitext in wichtigen Feldern (schwer zu verarbeiten)
- Keine Pflichtfelder definiert (Ergebnisse unvollständig)
- Keine Enums/Limits (Inkonsistenz bei Werten und Längen)
- Keine Strategie bei fehlenden Infos (führt zu Halluzinationen)
- Keine Validierung in der Automation (Fehler laufen durch)
- Schema zu komplex (schwer zu prompten und zu debuggen)
Wie verhindere ich Halluzinationen mit einem Ausgabeformat?
Du verhinderst Halluzinationen nicht zu 100%, aber du reduzierst sie: Nutze Pflichtfelder, Enums, klare Grenzen und ergänze Felder für Unsicherheit wie assumptions oder open_questions. Wichtig ist außerdem: Wenn Informationen fehlen, soll die KI fragen statt zu erfinden.
Was ist „Function Calling“ und warum hängt das mit Output-Schemata zusammen?
Beim Function Calling erzeugt das LLM strukturierte Parameter, damit ein Tool oder eine API ausgeführt werden kann (z. B. „CRM-Lead anlegen“). Damit das zuverlässig klappt, brauchst du ein sauberes Ausgabeformat bzw. Schema für die Parameter – sonst schlagen Automationen fehl oder laufen mit falschen Daten.
Welche Tools helfen beim Validieren von KI-Ausgaben?
Für Automationen solltest du Ausgaben validieren, z. B. mit JSON Schema oder Libraries wie Zod (JavaScript/TypeScript) und Pydantic (Python). So stellst du sicher, dass Datentypen, Pflichtfelder und Regeln eingehalten werden, bevor du Daten ins CRM, Ads-Tool oder Backend schreibst.
Wie groß sollte ein Output-Schema sein?
Starte klein: 6–10 zentrale Felder plus wenige optionale Felder. Zu große, verschachtelte Schemas erhöhen Tokenbedarf, Fehlerquote und Debug-Aufwand. Erweitere das Schema erst, wenn Tests mit echten Inputs zeigen, dass dir bestimmte Informationen dauerhaft fehlen.
Ist ein Ausgabeformat nur für Entwickler relevant?
Nein. Auch im Marketing ist es extrem nützlich: Du bekommst konsistente Ad-Varianten, Content-Outlines oder Briefings, die du schneller prüfen, vergleichen und wiederverwenden kannst. Entwickler profitieren zusätzlich, weil strukturierte Ausgaben einfacher in Systeme integrierbar sind.
